Nicht immer herrschen im klinischen Alltag ideale Bedingungen, um die empfohlene Blutdruckmesstechnik – sitzend mit nicht überschlagenen Beinen, angelehntem Rücken, unterstützend gelagertem Arm und auf Herzhöhe positionierter Manschette in der richtigen Größe¹ – korrekt umzusetzen.²
Tatsächlich sind dies aber Faktoren, die die Blutdruckmessung relevant beeinflussen können. Eine randomisierte Studie³ verglich drei verschiedene Armpositionen bei Messung im Sitzen unter sonst gleichen Bedingungen. Alleine durch die Armposition konnten die Blutdruckwerte signifikat verändert werden.
Der rechte Arm wurde entweder auf einem Tisch gelagert (korrekte Position), lag im Schoß oder hing herab. Sowohl bei der Lagerung des Armes im Schoß (gemitteltes Blutdruck-Ergebnis: 130/78 mmHg) und mehr noch bei hängendem Arm (133/78 mmHg), wurden höhere Werte ermittelt als bei unterstützter Armlagerung (126/74 mmHg) auf dem Tisch. Die Differenzen waren systolisch (1. Wert) und diastolisch (2. Wert) signifikant.
Mögliche Folgen von Messfehlern sind ungenaue Klassifizierung und unnötige Behandlungen.² Laut Studienautoren könnten die ermittelten Unterschiede zu einer relevanten Anzahl von Überdiagnosen führen.³ Umso mehr ist die große Bedeutung der richtigen Messtechnik hervorzuheben.

- McEVOY, J.W. et al.: Eur. Heart J. 2024; 45: 3912-4018
- WILLIAMS, B. et al.: Eur. Heart J. 2018; 30: 3021-104
LIU, H. et al.: JAMA Intern. - Med., online publ. am 7. Okt. 2024; https://a-turl.de/egjy (7 Seiten)


